» Oliver Gottwald zu Gast im Cairo Würzburg - UR Würzburg

Oliver Gottwald zu Gast im Cairo Würzburg

Zwischen Brasilianischem Süßwasserfarn, Kategorisierungen und ungewünschten Wunschsongs.

Nach Berlin, Augsburg,München und Nürnberg hat Oliver Gottwald am vergangenen Samstag Abend auf seiner „Lieblingslieder-Tour“ Halt im Würzburger „Cairo“ gemacht.

Konzert von Oliver Gottwald im Cairo Würzburg | Bild: UR Würzburg / Jan Limpert

Konzert von Oliver Gottwald im Cairo Würzburg | Bild: UR Würzburg / Jan Limpert

Trotz vornehmer Verspätung und recht wenig Publikum lieferte der Solokünstler ein stimmungsvolles Konzert ab, inklusive Philosophischer Fragestellungen, ungewünschter Wunschsongs und neuem Material. Unterstützt wurde Gottwald von einer dreiköpfigen Band …
naja, eigentlich vierköpfig, zählt man die Zierpalme auf der Bühne mit, die eigentlich ein
brasilianischer Süßwasserfarn sei, wie der Frontmann verlauten ließ. Mit sphärischen Synthieklängen und einem Monolog aus dem Off startete das Konzert, gefolgt von der aktuellen Single „Mustangmann“.
„Wir spielen ein Pottporie aus alten Klassikern und neuen Möglichkeiten“, kündigte Gottwald an.

Die Mischung aus Liedern seiner Ex-Band Anajo und seiner Solo-Platte „Zurück als Tourist“ aus dem Jahre 2015 wurde durch neue, unveröffentlichte Songs angereichert. Leider wurden von den insgesamt 5 Neuheiten zwei Songnamen verschwiegen. Die Fans durften sich aber über „Lieblingsliebeslieder“, „Stadt Land Fluss“ und „Männer“ freuen. Die neuen Songs reihen sich nahtlos in das alte Material ein. Innovativ klingen diese jedoch nicht. Oliver Gottwald bleibt dem Sound seiner bisherigen Veröffentlichungen also treu. Wobei die Refrainmelodie von „Lieblingsliebeslieder“ an den Guilty-Pleasure-Song „Magic Melody“ von „BeFour“ erinnert … aber wir wollen hier ja niemandem Angst machen.

„Leben eigentlich mehr Würzburger in Cairo oder ‚Cairoer‘ in Würzburg?“. Demjenigen, der dieser philosophischen Frage eine plausibele Lösung präsentieren konnte, wurde ein Wunschsong versprochen. Den Vorschlägen des Gewinners konnte die Band jedoch nicht nachkommen, wodurch „Monika Tanzband“ zum unfreiwilligen Wunschsong des Abends erhoben wurde.
Eine weitere Frage warfen die zwei unterschiedlichen Stempelmotive auf, die das Publikum bei Einlass in die zwei Kategorien „Ausgebüxte“ und „wir bei Sturm und drang“ einteilten. Die Auflösung erfolgte in „Franzi+2“, als von den beiden Gruppen abwechselnd die zugeteilten Liedzeilen „wir kommen vorbei“ und „yeah yeah“ gesungen werden durften.
Solche Aktionen decken sich mit den Songs Oliver Gottwalds, die immer etwas verspielt philosophisch daherkommen.

Nach drei Zugaben, inklusive einer Gitarrenversion von „Amsterdam-Mann“, endete das Konzert mit „Mustangman“ so, wie es begonnen hatte.

Übrigens: Im Gegensatz zu seinen Aufnahmen haben Oliver Gottwalds Songs live wesentlich mehr
Power. Der Solokünstler gehört somit zu den wenigen, die es schaffen, die Qualität ihrer
Aufnahmen auf der Bühne zu übertreffen.

Setlist:
Intro
1. Mustangmann
2. Alter Ego
3. Meine Wege (Anajo)
4. Lieblingsliebeslieder (neu)
5. Vorhang auf (Anajo)
6. Neues Stück (ohne Ansage)
7. Neues Stück (ohne Ansage)
8. Honigmelone (Anajo)
9. Franzi+2 (Anajo)
10. Streuner (Anajo)
11. Mann auf dem Mond
12. Männer (Neu)
13. Stadt, Land, Fluss (Neu)

Zugaben:
14. Amsterdam Mann (Anajo) (Gitarre + Gesang Version)
15. Schade, dass es endlich vorbei ist
16. Monika Tanzband (Anajo)
17. Mustangmann