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„Merry Christmas, Motherf*****“

Gut zwei Jahre nach Veröffentlichung des Albums „RTJ2“ meldet sich das amerikanische Rap/Hip-Hop-Duo „Run The Jewels“ nun mit Nachfolger „RTJ3“ zurück.
Mit den Worten „merry christmas, motherfuckers, we’re Run The Jewels! Here’s the album!“ kündigten EI-P und Killer Mike ihre Neuveröffentlichung in einem Video pünktlich zu Heiligabend an. Für ihre Fans war das Album, das seitdem international als Free_Download erhältlich ist, ein willkommenes Weihnachtsgeschenk. Auf Vinyl und CD erscheint „RTJ3“ am 20. Januar diesen Jahres. Grund genug, um dem Album mal gehörig auf den Zahn zu fühlen.

Inlay der neuen Platte von "Run the Jewels RTJ3"

Inlay der neuen Platte von „Run the Jewels RTJ3“

Wer den aggressiven Grundsound der Vorgänger-Alben schon feierte, der wird von der Mehrheit der Tracks sicherlich nicht enttäuscht werden. Ein Großteil der Songs baut musikalisch und texltlich auf den typischen Gangsta-Rap-Clichés auf: Sex, Gewalt, Drums aus der Konserve. Interessant wird das ganze erst durch die Anreicherung mit politischen Seitenhieben, der Erweiterung des Instrumentariums, Spielereien aus der DJ-Trickkiste und Gastauftritten namhafter Künstler. So auf „RTJ3“ geschehen! Die interessantesten, kreativen Auswüchse sollen im Folgenden genannt werden:

„Down“ (feat. Joi):
Der Opener des Albums mit einer gehörigen Menge Soul-Vocals in der Hook und smoothem R&BGroove-Flow.

„Talk to Me“:
Cleane E-Gitarren, schrille Bässe und ein Scratching-Solo von EI-P gegen Ende machen die akustischen Leckerbissen des Tracks aus. Zudem gibt das Duo mit der Line „Went to war with the devil and shaytan. He wore a bad toupee and a spray tan.“ ihren Kommentar zum frisch gewählten US-Präsidenten ab. Zu hören ab Minute 00:34.

„Thursday in the Danger Room“ (feat. Kamasi Washington):
Mit einem Saxophon in der Hook wohl der ausgefallenste Track des Albums. Kein geringerer als Jazzer Kamasi Washington steuert hier das Tenor-Sax bei. Die Sax-Melodie reiht sich überraschend gut in die Landschaft aus wabernden synthie-Bässen und programmierten Drums ein. Der Track stimmt im Vergleich zum Rest des Albums auch textlich melancholischere, aber nicht weniger ernste Töne an. Ein richtiges Statement also.

„Report to the Shareholders / Kill Your Masters“
Zwei kontrastierende Tracks in einem . Der Album-Closer beginnt mit Congas und einem leichten Latin-Feel, mündet jedoch in einem harten Rap-Track, der von einigen Zeilen Protest der „Rage Against The Machine“-Stimme Zack de la Rocha bereichert wird. Komisch nur, dass de la Rocha nicht im Titel gefeatured wird.

Run The Jewels bleiben auf „RTJ3“ ihrem Grundsound treu, scheuen sich aber auch vor kreativen Einwürfen nicht. Insgesamt ein klanglich und textlich geschlossenes Werk, das aufgrund punktueller Stilmixes keinesfalls langweilt. Absolute Hörempfehlung!

TRACKLIST
1. Down (feat. Joi Gilliam)
2. Talk To Me
3. Legend Has It
4. Call Ticketron
5. Hey Kids (Bumaye) (feat. Danny Brown)
6. Stay Gold
7. Don’t Get Captured
8. Thieves! (Screamed the Ghost) (feat. Tunde Adebimpe)
9. 2100 (feat. BOOTS)
10. Panther Like a Panther (Miracle Mix) (feat. Trina)
11. Everybody Stay Calm
12. Oh Mama
13. Thursday in the Danger Room (feat. Kamasi Washington)
14. Report to the Shareholders / Kill Your Masters

Nachweise/Quellen: